'Arolsen 3' / 3. Farscape-Mailinglistentreffen, Frühjahr 2002, oder: 25 Irre und ein Videobeamer in 'Bad Neuenahrolsen'


Ein Bericht von Hmpf (Christina)



Freitag: Eine Art Familientreffen


Freitag, gegen 12:30 – Ankunft von Susi (Nightsky) bei mir, das Warten auf Kai und Claudia, den Rest unserer Reisepartei, beginnt.

Gegen 13:30 – Anruf bei Claudia, die uns die Auskunft erteilt, daß Kai auf dem Weg ist und sie gerade aus dem Haus gehen wollte.

Gegen 14:00 – Beginnende Verwunderung, wie der Weg von Offenbach/Kaiserlei nach Frankfurt/Oberrad eine halbe Stunde dauern kann... dann Ankunft Kais und Claudias. Aufbruch des harten Kerns des 'Ortsgruppe Frankfurt' der Farscaped-Mailingliste Richtung Bad Neuenahr.

Gegen 16:00 ? Ankunft in Bad Neuenahr; unterhaltsame Wegbeschreibung (fröhliches Ausfahrtenraten). Bei Ankunft am Hotel 'Giffels Goldener Anker' großes Staunen: Ein Vier-Sterne-Hotel! (Welch ein Kontrast zu unseren einfachen Unterkünften in Arolsen – allerdings hatte in Arolsen jeder ein Bett...)

Beladen mit Rucksäcken, Taschen, Schlafsäcken und Chipstüten stehen wir an der Rezeption, wo wir schon, bevor wir auch nur ein Wort von uns geben können, identifiziert werden: 'Sie wollen zu Herrn Giffels, nicht wahr?'. Wir sehen wohl nicht so ganz aus wie typische Kurgäste... Während wir warten, sehen wir, wie draußen vor den Fenstern der Eingangshalle im Gänsemarsch eine Reihe alter Bekannter vorbeimarschiert, angeführt von Mark, dem besagten Herrn Giffels, dessen Großzügigkeit und 'Verbindungen' wir unser neues Quartier verdanken. Die ganze lange Schlange verschwindet um die Ecke, Mark jedoch sieht uns und begrüßt uns. Er begleitet uns zu 'unseren' Zimmern, d.h. den drei Zimmern, die unsere Gruppe gemietet hat. Natürlich sind wir wesentlich mehr, als in drei Zimmern unterkommen können; daher wurden schon im Vorfeld des Treffens die Teilnehmer gefragt, ob sie evtl. auch auf Luftmatratzen auf dem Boden schlafen würden. (Sowas kann man natürlich nicht in jedem 4-Sterne-Hotel machen... es ist schon hilfreich, wenn man einen persönlichen Draht zum Management hat...) Wir gehören zu den 'Bodenschläfern', laden daher nur unser Gepäck im Zimmer ab. Dann tauchen auch schon einige weitere Mitglieder unserer Gruppe auf; alte Bekannte und Freunde sowie 'Neulinge' werden begrüßt.

Mark zeigt uns den Weg zum Tagungsraum, wo wir sofort einen leichten Mangel an Gemütlichkeit feststellen, der sich aber, wie sofort von einigen Seiten bemerkt wird, durch Ausbreiten unserer Luftmatratzen leicht beheben läßt. Luftmatratzen, Schlafsäcke und Knabberzeug werden – nach einigen Fehlversuchen aufgrund der labyrinthischen Gestaltung des Hotels – in unseren Konferenzsaal transportiert (die Treppe hoch in den zweiten Stock, durch den Fahrstuhl hindurch, geradeaus, dann links durch den schmalen, langen Gang, wieder links, dann durch die Doppeltür und zwei Treppen hoch, durch die Tür, dann links durch den Speisesaal...). Ein geschäftiges Treiben setzt ein; die Hardware – DVD-Player, Video-Beamer, Laptop, Soundsystem – wird verkabelt, so daß das aus Arolsen bekannte Kabelgewirr sich schon bald auf dem Boden ausbreitet; DVD-Boxen und CD-Roms werden auf Tischen gestapelt; die Elektropumpe lärmt, während sich zweiundzwanzig Quadratmeter Gummimatratzen mit Luft füllen... Weitere Scaper treffen ein; wir sind nun schon über zwanzig. Dann der große Moment – man lümmelt sich auf die Matratzen, öffnet Chipstüten... Licht aus, Film ab! Das Programm vor dem Abendessen:


Season of Death (3.01)

Self-inflicted Wounds I (3.03)


Nach dreiwöchigem 'Farscape-Entzug' (ich war verreist, unter anderem) tut es ausgesprochen gut, wieder die Gesichter der Mannschaft der Moya zu sehen; noch schöner ist es allerdings, nach (in den meisten Fällen) sechs Monaten wieder die Gesichter der Teilnehmer von Arolsen 2 zu sehen und sich mit den Besitzern der Gesichter zu unterhalten, wie wir allesamt an diesem ersten Abend auch nicht müde werden, einander zu versichern. Je öfter diese Treffen stattfinden, desto mehr Ähnlichkeit haben sie mit einem Familientreffen – und zwar einem Familientreffen in einer jener glücklichen Familien, wo man sich wirklich leiden kann. ;-)

Nach den ersten drei Folgen entzückt uns Mark mit der Ankündigung, daß wir nicht kochen müssen, sondern uns an diesem Abend am Büffet bedienen dürfen. Wir begeben uns also im Pulk nach unten, in einen weiteren Konferenzsaal, wo wir essen, oder sollte ich sagen 'speisen', und von vorbeikommenden 'normalen' Gästen bestaunt werden...

Nach dem Essen geht es weiter mit


Self-inflicted Wounds II (3.04)

Thanks For Sharing (3.07)

Green Eyed Monster (3.08)


Da unser Fernsehprogramm von langen Gesprächspausen unterbrochen wird, ist danach auch schon Schluß, und der größte Teil der Gruppe begibt sich ins Bett, während die ganz Hartgesottenen noch einige Fanvideos sowie die Deep Space Nine-Folge 'In the Pale Moonlight' nachschieben und nach ausführlichem Quatschen so gegen halb sechs auf der 'Liegewiese' des Tagungssaales dem Schlaf erliegen...



Samstag: Ein folgenreicher Tag


Schon nach viel zu wenigen Stunden werden wir vom Klappern von Geschirr und den Stimmen der anderen geweckt. Unser langsames Aufwachen wird von 'Kameramann' Thilo gnadenlos auf Video festgehalten... Zum Duschen tapsen wir – noch schlaftrunken und teilweise nur auf Strümpfen – nach unten in den ersten Stock zu 'unseren' Zimmern. Das Frühstück findet in unserem Tagungssaal statt, an einer langen Reihe von Tischen, auf denen sich die Brötchentüten stapeln; der 'Soundtrack' zum Frühstück stammt von Petra (der Petra mit der selbstgenähten Peacekeeper-Weste, damit hier keine Verwirrung aufkommt) und hört sich nach Schlümpfen im Weltall an.

Nach dem Frühstück schauen wir noch einige der wunderbaren Videos von Koba-TV und dann geht es weiter mit


Relativity (3.10)

Incubator (3.11)

Scratch n'Sniff (3.13)


Nach Scratch n' Sniff ist es dann auch schon wieder beinahe fünf, und wir müssen umziehen, da im Nebenraum eine Hochzeitsgesellschaft gebucht ist, der unsere unmittelbare Nachbarschaft nicht zuzumuten ist. Wir packen unsere siebenundsiebzig Sachen, lassen die Luft aus unseren Luftmatratzen, und begeben uns wieder in den kleineren Konferenzsaal, in dem wir am Vorabend unser Abendessen eingenommen haben. Dort wiederholen wir das Spiel vom Freitagnachmittag – Matratzen aufblasen, Hardware verkabeln, Chipstüten und Kekse strategisch im Raum verteilen -- und setzen das Programm mit


Infinite Possibilities I (3.14)


fort. Nach dieser Folge packt einige von uns das Bedürfnis, etwas frische Luft zu schnappen und unsere vom ständigen auf der Matratze liegen strapazierten Körper wieder für eine Weile in die Senkrechte zu bringen, also machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Nachbarschaft und kommen so etwas zu spät, um den Anfang von


Infinite Possibilities II (3.15)


mitzubekommen. Rechtzeitig zum tragischen Ende sind wir jedoch wieder da; danach gibt es wieder eine längere Pause, in der ich eine 'unbekannte Bekannte' entdecke, die erst am Samstagnachmittag zu uns gestoßen ist (Imke). (Ich zu der 'Unbekannten': "Bist du eine von den vier Claudias?" Imke: "Nein, ich heiße Imke." Ich: "Imke? Aber doch nicht die Imke, die mit Tanja bekannt ist?– Ich bin Christina, das heißt Hmpf...!" Imke: "Oh!" – Großes Staunen auf beiden Seiten... Es ist doch immer wieder witzig, Leuten, die man aus dem Internet kennt, zum ersten Mal real gegenüber zu stehen.)

Überall auf dem weiten Matratzenfeld bilden sich kleine und größere Grüppchen, in diverse Gespräche vertieft – das Gespräch, das sich schon bald zwischen der gerade Entdeckten und anderen und mir entwickelt, dreht sich vor allem um Fanfiction... Einige Fleißige, die an dieser Stelle hier ganz dringend gelobt werden müssen, beschäftigen sich derweil mit der Produktion größerer Mengen Spaghetti. Wir bauen um, schieben Tische zusammen, stapeln Matratzen, und zwei gar nicht schüchteren Mailinglistentreffenneulinge schmeißen mich mal eben durch den Raum auf den Matratzenstapel – glücklicherweise während Thilos Videokamera ausnahmsweise einmal nicht läuft!

Das Abendessen erweist sich als schmackhaft; und da die Tische schon einmal stehen, baut Mark dort nach dem Essen flugs ein paar Computer auf und fängt an, CDs zu kopieren (allerdings nicht Farscape!). Das 'Season 3 in 24 Stunden'-Programm wird derweil fortgesetzt, und nun beginnen wir, uns etwas ranzuhalten, denn es trennen uns immer noch sechs wichtige Folgen vom Staffelende und es ist schon recht spät... In den nächsten viereinhalb oder fünf Stunden schauen wir in schneller Folge


Revenging Angel (3.16)

The Choice (3.17)

Fractures (3.18)

Into the Lion's Den I (3.20)

Into the Lion's Den II (3.21)

Dog With Two Bones (3.22)


Danach machen einige, erschöpft vom Marathongucken oder geplättet vom Cliffhanger (und sicherlich mit dem bereits von John ausgedrückten Gefühl: 'You have got to be kidding me!' und der Frage 'Who is that woman?' im Hinterkopf) schlapp... der harte Kern hingegen gerät jetzt erst so richtig in Fahrt: Die Cracker werden ausgepackt, und wer bei Arolsen 2 dabei war, weiß, was das bedeutet... Humans are superior! Besonders, solange für Nachschub an TUC-Crackern und ein ordentliches Fernsehprogramm gesorgt ist. Dieses bestand aus


Crackers Don't Matter (2.04)

Out of Their Minds (2.09)

A Clockwork Nebari (2.18),


wobei allerdings bei A Clockwork Nebari, in den frühen Morgenstunden einige Leute schon ein wenig wegdämmerten. Daher erreichten wir leider die angestrebte Zahl von 20 Farscape-Folgen in zwei Tagen nicht ganz. Immerhin, auch mit 19 Folgen haben wir unseren Rekord vom letzten Mal bei weitem übertroffen.



Sonntag: Gästeschreck und Gruppenbild


Der Sonntagmorgen hob sich von Sonntagmorgenden in Arolsen in sofern wohlsam ab, als wir nicht bereits gegen Mittag das Hotel verlassen mußten, sondern ausschlafen durften. Das Frühstück zog sich hin... Vor dem Frühstück erschreckten wir reihenweise die regulären Gäste auf der Toilette des Hotelrestaurants, indem wir uns dort umzogen, uns die Zähne putzten und anderen morgendlichen Verrichtungen nachgingen. Auch am Abend zuvor hatten wir schon wiederholt erstaunte Blicke geerntet, wenn wir unseren Wasserkocher dort in Anwesenheit anderer Gäste am Waschbecken füllten. Die Damentoilette, auf der wir Gästeschreck spielten, verdient übrigens auch wegen ihrer absoluten Science-Fictionhaftigkeit Erwähnung -- eine Toilette auf Moya könnte nicht moderner sein. Das sanitäre Wunderwerk der Technik entzückte einige so sehr, daß sie es auf Video festhielten...

Nach dem Frühstück fanden wir uns im überdachten Hof des Hotels ein, wo wir das obligatorische Gruppenfoto (oder eher: *die* obligatorischen Gruppenfotos) machten und versuchten, mit Jacko, dem Hotelpapageien zu kommunizieren, der jedoch erst zu pfeifen anfing, als Thilo sich mit der Videokamera wieder entfernt hatte. Neben dem obligatorischen Gruppenfoto wurde natürlich auch das obligatorische 'zerkrümelter Cracker'-Foto gemacht, und zwar in vielfacher Ausfertigung (und, um das Ganze abzurunden, wurden auch noch Bilder von den Leuten gemacht, die Bilder von dem zerkrümelten Cracker machten...) Schließlich jedoch hieß es Abschied nehmen. Es war ein wunderbares Wochenende, und ich möchte mich ganz herzlich bei Mark und Katja für ihre Gastfreundschaft bedanken, bei Wibke für die Organisation, und bei allen anderen einfach dafür, daß sie dabei und sehr nett waren. Unsere halbjährlichen Treffen geben mir jedesmal eine Menge Kraft für den Alltag - trotz durchwachter Nächte! Und überhaupt möchte ich hier noch einmal ganz deutlich sagen, daß diese Liste hier ein echter Glücksfall ist, und daß ich hier eine ganze Reihe Menschen kennengelernt habe, die mir sehr wichtig sind. Danke, Leute.



 

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